
18.04.2026
Immer wenn ich das Vergnügen hatte, einen "7-Wege-der-Effektivität"-Kurs von FranklinCovey zu halten, war meine Einleitung von Weg 2 eigentlich immer dieselbe. Ich sagte stets zu den Teilnehmern: "Eines ist doch klar - kein vernünftiger Mensch baut ein Haus, ohne vorher einen Plan erstellt zu haben!". Weitgehendes Nicken… "Kein vernünftiger Mensch kommt auf die Idee, einen Krieg gegen den Irak vom Zaun zu brechen, ohne sich vorher Gedanken gemacht zu haben, wie man das Land hinterher stabilisiert!" Allgemeines Gelächter. "Kein vernünftiger Mensch kommt weiter auf die Idee, in ein Meeting ohne Agenda und ohne eigene Vorbereitung hineinzugehen - das wäre doch wirklich Schwachsinn!" Etwas betretenes Geraune.
ich glaube, diese Einleitung habe ich schon vor 25 Jahren gehabt und natürlich könnte ich die jüngsten weltpolitischen Ereignisse für meine Einleitung zu der so wesentlichen Gewohnheit effektiver Menschen in Beschlag nehmen.
Warum stolpern wir in so vielen Lebenssituationen immer wieder in Probleme, weil wir nicht vor einer Entscheidung kurz innehalten - die berühmte Pausentaste drücken - und uns wirklich Zeit dafür zu nehmen, unsere nächste Entscheidung auch wirklich zu Ende zu denken.
Natürlich würde ein amerikanischer Kriegsminister an dieser Stelle behaupten, sie hätten alle Optionen abgewogen - aber wenn die Resultate dieser "kurzen Intervention" derart global katastrophal sind, dann haben offenbar weniger Fakten, als vielmehr Bauchgefühle bei der Entscheidung für einen weiteren militärischen Schlag in der Welt eine Rolle gespielt.
Das Gleiche gilt natürlich für alle strategischen Entscheidungen in den Unternehmen.
Deutschland befindet sich nun vier Jahr in Folge in einer Rezession. Aber kann man das nur an äußeren Umständen wie Energiekosten, Chinas Fortschritte oder unsicheren globalen Lieferketten festmachen oder sind es doch unzureichend durchdachte Unternehmensstrategien?
Ich frage mich seit Jahren wie es sein kann, dass große Unternehmen weiterhin Millionen für die Top-Beratungsunternehmen ausgeben und wir - trotz dieser sauteuren vermeintlichen kompetenten Fachberatung - nicht besser dastehen als im Moment?
Natürlich wollte ich auch nur bedingt in den Schuhen eines Mercedes-CEO oder gar eines Bundeskanzlers stecken. Gute Entscheidungen zu treffen ist heute scheinbar lausig schwer. Aber erstens müssen sie nunmal getroffen werden und zweitens muss man sich immer nur wieder an die alten Prinzipien halten, die seit Jahrhunderten gelten:
Fokus auf die wesentlichen Maßnahmen
Gründliche faktenbasierte Planung mit einer kompetenten Risikoanalyse
Einwandfreie konsequente Umsetzung unter Einbeziehung aller Betroffenen
Im Zweifel sogar lieber NEIN sagen - anstatt in einem Desaster zu landen.
So - ich fahre jetzt tanken und schau mal, ob ich mir das noch leisten kann…
