Das Fehlen von Visionen ist fatal

Das Fehlen von Visionen ist fatal

Gestern Abend habe ich über einen Youtube-Schnipsel einen Auftritt unserer aktuellen Arbeitsministerin der SPD - Bärbel Bas - auf einer Unternehmerkonferenz gesehen.

Sie steht am Rednerpult und beklagt allen Ernstes, es gäbe hier in Deutschland keinen Plan, wie wir wirtschaftlich in 2030 dastehen sollten.

Ich lasse jedem neunmalklugen Analysten, Journalisten, Kabarettisten oder Oppositionspolitiker eine solche Aussage durchgehen. Aber nicht einem Mitglied einer Regierung.

"Wir haben keinen Plan!" — das ist die Grundaussage die beim Hörer und Bürger hängen bleibt.

Es gibt wahrlich viele Möglichkeiten seine eigene Vertrauenswürdigkeit zu zerschmettern - das Fehlen einer Vision und eines Plans gehört definitiv dazu.

Wir sind hier wieder beim Ur-Problem gelandet: dem Unterschied zwischen Management und Führung. Manager können akute Probleme erkennen, sie benennen und (vielleicht) einer kurzfristigen Lösung zuführen. (aktuelles Beispiel: der Tankrabatt in Deutschland).

Eine gute Führungskraft jedoch hat eine Idee davon, wie man in Zukunft erfolgreich existiert.

Schaut man sich die Misere mit dem Ukrainekrieg an, so wird auch hier nur gemanaged - aber nicht geführt. Der einzige Mensch, der das Wort Vision in diesem Zusammenhang in den Mund nimmt, ist Richard David Precht.

Ich weiß, dass er nicht unumstritten ist - aber als er nun mehrfach ausgeführt hat, dass man sich einmal in Ruhe überparteilich zusammensetzen müsse, um eine nachhaltige Friedensordnung für Europa zu gestalten, ging bei mir sofort das Herz auf!

Natürlich würde das bedeuten, man müsste sich mit Russland an einen Tisch setzen. Natürlich würde das bedeuten, man müsste bestehende Systeme wie die NATO grundsätzlich in Frage stellen etc. Aber genau das macht gute Führung eben aus: sich vernünftig um Dritte Alternativen kümmern und nicht versuchen, im Streit- oder Konfliktmodus kurzfristige Lösungen zu suchen.

Merz und Co haben keine Vision - sie springen von einer Baustelle zur nächsten. Das war auch schon bei Merkel so. Der letzte Bundeskanzler dem man eine Vision nachsagen kann war Helmut Kohl mit der Vision eines funktionierenden friedlichen Europas.

Betrachtet man die Wirtschaft, so orte ich die Visionäre leider nicht in unserem Land, sondern mal wieder in den USA.

Man mag ihn mögen oder nicht: aber Elon Musk ist ein klarer Visionär und seine wirtschaftlichen Erfolge sind klar auf die Existenz kraftvoller Visionen zurckzuführen:

  • Vision 1 war das autonome Fahren — woraus TESLA entstanden ist.

  • Vision 2 war der global lückenlose Zugang zum Internet — woraus Starlink entstand.

  • Vision 3 ist sein Glaube, die Zukunft der Menschheit läge im All - woraus SPACE X entstand.

Nicht jede Vision ist zielführend. Ich halte die Idee mit der Erweiterung unseres Lebensraums ins All für einen Irrweg, weil er uns ablenkt von der Verpflichtung, auf unserem eigenen Planeten dauerhaft klar zu kommen.

Überhaupt ist der Begriff "Lebensraum" in Bezug auf Visionen bereits prächtig vermint. Die Vision Adolfs mit dem Lebensraum im Osten beweist deutlich, dass die alleinige Existenz einer solchen noch keine Lösung ist.

Aber überhaupt keine positive Sicht auf die Zukunft zu haben, ist einfach nur fahrlässig.

Das gilt für unser Privatleben, für unserer Unternehmen und natürlich auch für unsere Politik.

Also setzen Sie sich hin! Nehmen Sie ein weißes Blatt Papier und einen Stift - setzen sich bei Sonnenschein auf einen Gipfel - betrachten sich die Welt da unten und fangen an zu träumen.

Dinge entstehen zweimal: zunächst mental und dann physisch.

Ich wünsche Ihnen eine effektive Woche!